Konzentration: von 600-SEITEN-Romanen und unseren gewohnheiten
Konzentration ist was Feines, da sind wir uns alle einig, oder? Lasst uns mal ein kleines Gedankenexperiment wagen. Wir sitzen alle gemeinsam in einem Raum.
Und jetzt: Wer in den letzten zwei Monaten einen Roman über 600 Seiten gelesen hat, der darf nun bitte den Raum verlassen und draußen bleiben. Und jetzt gehen bitte die, die in den letzten zwei Wochen jemandem mindestens 45 Minuten zugehört haben, ohne dazwischen zu quatschen. Sind immer noch eine Menge Leute hier, oder? Jetzt dürfen mal die gehen, die in der letzten Woche einen Tag ohne Smartphone verlebt haben. Und beim letzten Schwung: Bitte jeder raus, der es schafft, eine halbe Stunde einfach aus dem Fenster zu schauen.
Wer ist noch da? Vermutlich (fast) alle. Konzentration ist etwas, was wir permanent durch unsere Gewohnheiten verlernen. Durch Gewohnheiten, die von kurzen Aufmerksamkeitsspannen geprägt sind. Sich einer Sache so richtig zu widmen, wer macht das eigentlich noch, außer denen, die 2000-Teile-Puzzle lieben?
Dass gerade mehrere Generationen Kinder und Jugendliche heranwachsen, die eine Aufmerksamkeitsspanne von fünf Minuten haben, das ist vermutlich auch schon so einigen aufgefallen.
Konzentration heißt, sich einer Sache ganz hinzugeben mit dem Ziel, ein bestimmtes Ergebnis zu bekommen. Etwas gelernt zu haben, ein Problem gelöst zu haben, einen Faden durch eine Nadel gefädelt zu haben, im wörtlichen oder im übertragenen Sinne. Und genau das übt man, wenn man auch außerhalb von Lern-, Arbeits- und Leistungskontexten ganz bei einer Sache ist.
Konzentration heißt, sich einer Sache ganz hinzugeben mit dem Ziel, ein bestimmtes Ergebnis zu bekommen.
Was kann Dir beim konzentrieren helfeN?
Wie das geht? Erstmal kannst Du Dir das Thema wirklich bewusst machen. Was braucht es, damit Du im Moment bist und nicht schon wieder beim nächsten, was ansteht? Du kannst jemandem mal so richtig zuhören. So richtig, ohne dazwischen quatschen. Klar kannst Du auch gern an einer Rose riechen, eine Katze streicheln und dabei tief durchatmen oder barfuß durch den Park laufen. Du kannst auch losgehen und Dir den besagten Roman mit 600 Seiten holen. Oder das 2000-Teile-Puzzle. Keine Zeit dafür? Das gilt nur, wenn Deine Bildschirmzeit nicht eine Stunde pro Tag sprengt ;-).
Was Du aufmerksam und konzentriert tun möchtest, überlasse ich jetzt mal ganz Dir. Aber Fakt ist: Wenn wir wieder mehr im Moment leben, dann konzentrieren wir uns auch wieder besser. Und das fühlt sich einfach ziemlich gut an.
In meinen Trainings und Coachings ermitteln wir zunächst persönliche Konzentrationscrasher: Was stört immer wieder die eigene Konzentration? Welche Gedankenkarussells springen mit Musik an, wenn eigentlich Konzentration angesagt ist? Ich gebe dann sehr individuelle Tipps dazu, wie Konzentration wieder funktionieren kann. Klar, da gehört dann auch ein bisschen Übung dazu. Konzentration funktioniert nämlich über Gewohnheiten, und die dürfen sich dann ein bisschen anpassen.

Wer Schreibt hier?
Mein Name ist Christine. Ich bin ausgebildeter und zertifizierter Coach für Stresskompetenz, Motivation, Lebensfreude und Gelassenheit.
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